Online-Gottesdienst: Inhalt und Formensprache

Während wir an unserem Konzept für digitale Gottesdienste weiterarbeiten (mitKirche.de), sammle ich auch weiter Ideen und Notizen zu den Inhalten und der Formensprache in einem Video-Gottesdienst.

Vorüberlegung

Eine kompetent ausgeführte, aber langweilige Liturgie bleibt eine langweilige Liturgie. Eine dogmatisch richtige, aber langweilige Predigt bleibt eine langweilige Predigt. Und auch ein technisch perfektes, aber langweiliges Video bleibt ein langweiliges Video.
Interessanter Inhalt kann mit guter Technik aufgewertet oder mit schlechter Technik abgewertet werden. Ausgangspunkt bleibt der Inhalt. Er soll möglichst gut in Szene gesetzt werden, um ein relevantes Erlebnis zu ermöglichen.
Leitfrage: Wie kann ich das Interesse der Menschen wach halten – also die Verbindung vor dem digitalen Gerät über das digitalen Angebot mit den Menschen hinter dem Angebot?

Bei Wikipedia ist zu lesen: „Ein Gottesdienst ist eine Zusammenkunft von Menschen mit dem Zweck, mit Gott in Verbindung zu treten, mit ihm Gemeinschaft zu haben, Opfer zu bringen, Sakramente zu empfangen bzw. eine auferlegte religiöse Pflicht zu erfüllen. Er kann in einer eigens vorgesehenen Räumlichkeit (Kirche, Synagoge, Moschee, Pagode, Tempel, Königreichssaal etc.) stattfinden, wie auch im häuslichen Bereich oder in freier Natur.“
Leitfrage: Was an diesem Verständnis von einem Gottesdienst gilt derzeit für getaufte evangelische Christ*innen? Und was bedeutet es für den digitalen Raum und die Formensprache in einem Video?

Eine andere Beschreibung in meinen Worten: Gottesdienst ist qualifizierte Zeit mit Gott. Es kommt also nicht vor allem auf den Ort an oder die äußere Form. Wichtig ist, ob Ort, Zeitpunkt und Form mir helfen, Gott nahe zu sein bzw. mich für die Nähe Gottes bewußt zu öffnen. Das kann auch beim Spülen oder Autofahren sein – und gerne mit anderen zusammen. Feste Rituale sind kein muss, aber können mir helfen, weil und wenn sie mir vertraut sind oder werden.

Bausteine und Schritte:

Derzeit denken wir Gottesdienste noch sehr in dem Erlebnisraum Kirchengebäude. Und auch wenn wir uns an anderen Orten versammeln, gestalten wir Gottesdienste in der liturgischen Dramaturgie der reformatorischen Tradition aus dem 16 Jahrhundert. Mit gutem Grund feiern wir Gottesdienste seitdem nicht mehr in Latein und mit statt für die Laien. Und wir haben neue Gottesdienstformate entwickelt: Kinder- oder Abend-Kirche, Taize-Gottesdienst oder politisches Nachtgebet.
Der digitale Raum bietet uns noch einmal neue Möglichkeiten – aber auch wirklich veränderte Seh-, Hör- und Teilnahmegewohnheiten. Dabei entdecken wir neue Wege, wie wir als Einzelne und als Gemeinschaft mit Gott in Verbindung treten.

Hier sammle ich Aspekte und Ideen für Online-Gottesdienste:

Der Aufbau und das Storytelling

  • Jedes Video braucht ein Thumbnail als Startimpuls
  • Ein MyPlace, gestaltet zum Kirchenjahr, hilft zum Ankommen
  • Intro z.B. mit Kirchengeläut und Kirchen-„eintritt“
  • Spannungsbogen im Gesamtaufbau des Videos (Liturgie), der einzelnen Elemente und insbesondere der Predigt.
  • Längen vermeiden (Gilt für Wort- und Musikbeiträge)
  • Ausblick ( ≠ ein Aufzählung von Abkündigungen )
  • Abspann mit Hinweis auf Kanal-Abo und Glocke, Spende und Platz für eine Endcard
  • Hinweise auf Links und Infos in Beschreibung z.B auf Mitmachelemente

Die Inzenierung – das in Szene setzen

  • Lichtakzente (siehe hier)
  • Perspektivwechsel (mehrere Kameras)
  • Tiefe und Hintergrund im Bildaufbau
  • Hingucker: Blumen, Osterkerze, Parament, Symbol auf Tisch
  • Ruhige aber bewegte Kamerafahrten bei unbewegten Motiven

Weiterdenken

  • Mitmachmöglichkeiten zuhause und auch zeitversetzt (siehe Mitmachgottesdienste.de)
  • Mehr Standorte in und um die Kirche. Z.B.:
    … Begrüßung und Segen vor der Kirche,
    … Gebet von der Orgelbank
  • Einblendungen zum Thema
  • Konferenzschaltungen zu Orten unabhängig der Kirche. Z.B.:
    … Lesung aus einem Wohnzimmer vorm Bücherregal
    … Gebet auf dem Sofa
    … Predigtimpuls aus dem Ilsepark

Werbung » Information

  • Aktueller Hinweis auf der Webseite
  • Hinweisplakat mir QR-Link im Schaukasten
  • Regelmäßiger Newsletter
  • Social Media Aktivitäten der Mitarbeiter*innen
  • Findehilfe für Neulinge im digitalem Raum
  • Bitte um Rückmeldungen (Kommentare und Abo auf Youtube)

Inspirationen aus dem Netz

habe ich bei dem Pfarrer und Coach Felix Ritter gefunden.

über den Gottesdienst aus der Sicht „Pastor als Beruf“ habe ich 2019 schon mal einen Artikel geschrieben.

Ein Beispielgottesdienst:

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