Visitation in der Kirchengemeinde Lieme

Zum Auftakt der Visitation haben wir Gottesdienst gefeiert. In der Predigt geht es um die Herausforderungen an uns als Kirche in dieser Zeit, notwendige Transformationen und wie uns Philipper 2, 5-7 dabei ermutigt.

Eine Anmerkung:
In der Predigt sage ich: „Kirche mit und für die Unkirchlichen sein„.
Im Kontext der Predigt meine ich mit „unkirchlich“ zunächst einmal Christ*Innen und Kirchenmitglieder, die selten oder gar nicht in unsere Institution kommen. Mit und auch für sie möchte ich Orte der Begegnungen gestalten, Symbole und Rituale suchen, die wir teilen können, und die uns verbinden … ohne, dass andere so werden müssen wie ich selbst.
„Himmlische Weltverbesserer“, die noch nie Mitglied der Kirche waren oder in einer anderen Religion aus Liebe handeln, sind dabei willkommen, sollen aber nicht vereinnahmt werden.

Als Kirche sind wir von Christus beauftragt zu Menschen zu gehen und von unseren Gotteserfahrungen zu erzählen. Als Institution möchten wir auch Mitglieder werben. Aber Kirche und auch Mitgliedschaft braucht immer wieder neue Ausdrucksformen und eine bunte Vielfalt an Möglichkeiten der Beteiligung.

Fridays for Future – in Lemgo

In der ganzen Welt, in Deutschland und auch in Lemgo sind Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Erwachsen auf die Straßen gegangen. Sie zeigen, wie wichtig ihnen der Klimaschutz ist – und wir als Kirche mitten drin. Auch das gehört zum Beruf des Pastors.

Ein paar Impressionen und kurze Gespräche während der Auftaktdemo heute am 20. September 2019 habe ich in einem kleinen Video eingesammelt.

Was ist Segen?

Es ist Elternabend mit den neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden. Am Ende möchte ich einen Segen sprechen und vorher kurz erläutern, was ich da eigentlich tue.

Ich frage einen Jugendlichen: „Sag mal, wenn deine Mama grantig ist zu dir, was tust du dann? “ Er zögert. Seine Mutter sagt: „Das ist aber heikel.“
Wir alle verstehen, was sie meint. Denn eigentlich will niemand grantig sein, oder nur mit gutem Grund?

„Na ja“, sage ich, „aber das kommt doch manchmal vor. Und ich habe einen guten Tipp für euch, was Kinder zu Eltern und Eltern zu Kindern und Liebste zueinander sagen können, wenn einer oder eine mal grantig ist. Statt zu schimpfen, die Tür zu knallen oder einfach nur abzuwarten, könntet ihr sagen: Du, ich habe dich lieb. Das wirkt! Schon im Herzen des anderen und oft auch im Gesicht und im weiteren Handeln, denn solch ein Satz verändert. Mit dem Segen ist das ähnlich, Gott sagt zu uns: Du, ich habe dich lieb.“

Wir haben dann einen Kreis gebildet, uns an die Hand genommen und ich habe den Segen gesprochen: „Gott segne und behüte uns, seine Freundlichkeit begleite uns, sein Frieden beschütze uns – auf dem Heimweg, in der Nacht und zum neuen Tag.“

Kirchenmusik

Sie gilt als die Königin der Instrumente – die Orgel. Seit Jahrhunderten ist sie prägend für die Kirchenmusik. Und sie ist auch großartig. Die Vielfalt der Stimmungen, die Tiefen und Vibrationen, die leisen Töne oder die Kraft eine Kathedrale zu füllen …

Im Sommer wurde unsere Orgel repariert. Eine gründliche Wartung stand an und einige der ganz großen Pfeifen mussten gerichtet werden. Eine lohnende Investition? Nach gründlicher Diskussion meinte unser Kirchenvorstand: Ja!

Natürlich wissen wir, dass die Zukunft der Kirchenmusik viel bunter wird. Wir gehen diesen Weg mit der Auswahl und Stilrichtung im Posaunenchor und Chor mit. Und wir freuen uns an dem Flügel, der besonders in der Abendkirche erklingt.
Wir wissen nicht, wie sich die nächsten Generationen Kirchenmusik wünschen und welchen Platz die Orgel dabei einnehmen wird. Aber noch ist sie ein großartiges Bindeglied zwischen gestern und heute und viele freuen sich, wenn die Orgel erklingt. Ich auch.

Heute ist es soweit, unsere Orgel ist wieder aufgebaut und bringt die Luft um uns zum Schwingen – und uns zum Singen, pünktlich zum Gottesdienst mit den Diamantkonfirmand*innen.